Was passiert mit dem Müll? Entsorgungsnachweis bei Entrümpelung
Von Jidil Sely, Inhaber Ordnungsmacher
Welches Gesetz regelt das?
Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) verpflichtet jeden, der Abfall erzeugt oder besitzt, zur stofflichen Trennung (§§ 7, 9, 14 KrWG). Wer Abfall einem nicht zugelassenen Entsorger überlässt oder selbst falsch entsorgt, riskiert Bußgelder bis 100.000 € (§ 69 KrWG) und im schweren Fall Strafanzeige nach § 326 StGB (Umweltdelikt). Auftraggeber – also Wohnungseigentümer, Mieter oder Erben – haften mit, wenn der beauftragte Entsorger keinen Zulassungsnachweis hat.
Was wird wie getrennt?
| Abfallart | Wo landet das? | Hinweis |
|---|---|---|
| Sperrmüll (Möbel ohne Elektronik) | Müllverbrennung oder Recycling | über Entsorgungsfirma |
| Holz A1 (unbehandelt) | Spanplattenwerk / Energie | kein Lack, keine Beschichtung |
| Holz A4 (lackiert/imprägniert) | Sonderverbrennung | Bahnschwellen, Gartenmöbel |
| Metall | Schrott-Annahme | oft Erlös für die Firma |
| Elektroschrott (WEEE) | Wertstoffhof EAR-Annahme | Pflicht zur getrennten Erfassung (§ 9 ElektroG) |
| Bauschutt / Sanitär | Bauschutt-Deponie | nur mineralisch |
| Sondermüll (Lacke, Akkus, Asbest) | Schadstoff-Sammelstelle | Eternit-Platten gesichert verpackt |
| Textilien (sauber) | Altkleidersammlung / Spende | verschmutzt → Restmüll |
| Kühlgeräte | Wertstoffhof (Kühlmittel-Entsorgung) | Sondertransport |
Trennung nach Annahmestellen-Vorgaben des jeweiligen Landkreises.
Was ist ein Entsorgungsnachweis?
Ein Entsorgungsnachweis ist die Dokumentation, dass und wohin der Abfall ordnungsgemäß abgegeben wurde. Bestandteile: Wiegescheine der Annahmestellen (Wertstoffhof, Schrottplatz, Bauschuttdeponie), eindeutige Zuordnung zum Auftrag, ggf. Übernahmescheine bei gefährlichen Abfällen. Für Privatkunden ist er nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber als Nachweis bei Streit mit dem Vermieter, in Erbschaftssachen oder bei Sozialamtsabrechnung sehr wertvoll – du sicherst dich damit gegen Vorwürfe ab.
Wer haftet, wenn der Müll am Waldrand landet?
Die Firma, die den Müll dort abgeladen hat – aber auch du als Auftraggeber, wenn du dich nicht ausreichend vergewissert hast, dass du eine zugelassene Entsorgerfirma beauftragst. Das nennt man „Auftraggeberhaftung“. Im schlimmsten Fall: Bußgeld plus Räumungs- und Reinigungskosten der wilden Müllkippe, die auf dich umgelegt werden. Schutz: Frag nach der Entsorgungs-Zulassungsnummer (§ 53 KrWG) und lass dir Wiegescheine geben.
Bekomme ich automatisch Wiegescheine bei jeder Entrümpelung?
Bei uns ja, auf Wunsch im Schlusspaket. Bei vielen Mitbewerbern nur, wenn du explizit danach fragst. Lass dir vorher schriftlich zusichern, dass Wiegescheine oder eine Entsorgungs-Aufstellung dokumentiert werden.
Was kostet ein Entsorgungsnachweis extra?
Bei seriösen Firmen nichts – ist Teil der Dienstleistung. Anbieter, die dafür „50 € Pauschale“ aufrufen, kalkulieren entweder unsauber oder versuchen, das Trennen einzusparen.
Darf ich Asbest oder Eternit-Platten selbst entsorgen?
Privat nur in kleinen Mengen, in versiegelten Bigbags, bei zertifizierter Annahmestelle. Größere Mengen oder Sanierung: Pflicht zur Beauftragung eines TRGS-519-zertifizierten Fachbetriebs. Bußgeld bei Verstoß bis 50.000 €.
Was passiert mit Altkleidern aus einer Haushaltsauflösung?
Saubere Textilien gehen an Altkleidersammlung oder Sozialkaufhäuser. Stark verschmutzte oder beschädigte Stücke landen leider im Restmüll – die Recyclingquote sinkt, sobald Geruch oder Schimmel im Spiel sind.
Werden alte Akten und Dokumente datenschutzkonform vernichtet?
Bei uns ja – Aktenvernichtung nach DIN 66399, Stufe P-4 oder höher auf Wunsch, mit Vernichtungsbescheinigung. Wichtig bei Erb- und Geschäftsauflösungen wegen DSGVO-Pflichten der Erben/Nachfolger.
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